Oh Meteora, du heiliges Land der vertikalen Kartoffelacker

Wir sind lange Wlan-los gewesen, deshalb erst jetzt ein Update: Es ist jetzt schon Sonntag, der 03.12. also einen guten ersten Advent an alle im kalten Deutschland. Wir sind momentan in Leonidio, waren gerade im Meer schwimmen und sitzen jetzt in der Sonne rum und entspannen...

...aber bis hierhin gibt es ja noch einiges zu erzählen - zum Beispiel aus Meteora.
 Wir wollten uns das Klettern in Meteora zumindest mal angucken und traten die Reise aus Albanien gleich morgens an, um im Hellen durch Albanien bis nach Meteora zu kommen. Ist einfach entspannter, weil man die Schlaglöcher und Ziegen früher sieht.
Meteora beeindruckt schon, wenn man noch auf der Landstraße ist, eine Hügelkuppe passiert und sich vor einem die Landschaft auftut. 

Wir fanden einen Campingplatz direkt neben dem "Doupiani-Fels", der mit Mehrseillängen zwischen 3-6b ideales Anfängergelände versprach. Der Camping hieß "The Cave" und polarisierte; der Name war Programm. Die Klos waren so gepflegt, dass man lieber in den Wald gegangen wäre, dafür machte uns der Wirt abends immer ein nettes Lagerfeuer an und versorgte uns mit griechischem, süßen Kaffee in Takeaway-Bechern, pünktlich wenn wir komplett gepackt auf dem Weg zum Fels waren. Es war verwirrend...
Meteora liegt zwar nicht sehr hoch, aber es wurde nachts schon recht frisch:
Als wir abends essen gingen, trafen wir durch Zufall gleich den Meteora- und Theopetra-Kletterführer-Autor Vangelis Bartios, kauften direkt die neueste Version und bekamen nette Insider-Tips, welcher Fels denn trocken wäre etc.
Der nächste Tag wartete mit einer vermeintlich leichten Mehrseillänge (4a, 4c, 5b, 6a) auf uns, aber es war sehr frisch und sehr windig und so brachen wir vor der letzten Seillänge ab und seilten ab.


Das Klettern in Meteora ist durchaus gruselig. Alle 6m ein Haken, oder ein 10m-Runout zum Stand sind eher die Regel. Die Haken sind angeblich "da wo man sie braucht", ein Satz aus der Kletterertrickkiste.
Der heilige Porphyrios sagt: "Ich spreche mit den Felsen, denn sie haben mir so viel von der Askese der früheren Väter zu erzählen". Vielleicht bezieht sich das auch auf die Haken-Ethik in Meteora.
Leider tut im Falle eines Falles ein vertikaler Kartoffelacker bei 4c mehr weh als bei 6a, weil die Käsereibe halt gröber ist und man kann nur hoffen irgendwo an einer Kartoffel hängen zu bleiben. Wenn sie dann nicht rausbricht... Dazu kommt dann bei so großen Hakenabständen das Wegfindungsproblem... Im Führer wurde in manchen Gebieten darauf hingewiesen, man sollte Friends und Keile mitführen. Wir haben in den 3 Klettertagen immer brav alles mitgenommen, aber außer ein paar Köpfelschlingen, die eher "Empfehlungscharakter" für die Gravitation hatten, haben wir keine einzige Stelle gefunden, in der man o.g. Material hätte unterbringen können.
Aber natürlich macht man schöne Gipfel und hat eine tolle Aussicht:
Und dann muss man abseilen. Auf einem Kartoffelacker. Ich brach regelmäßig in Begeisterungsstürme aus, wenn sich dank Wind und ausgeprägter Wand-Topologie mal wieder das Seil übel verhakt hatte...
Das Klettern beschränkt sich eher auf Platten, Wände, Risse (keine gemacht) und Verschneidungen. Also "ein bisschen Stützen, ein bisschen schieben". Wenn's schwerer wird, werden die Kiesel kleiner und die Wand steiler. Wibke stieg das meiste vor und ihr gefiel's. Ich fürchtete mich sogar im Nachstieg...
Aber sieht hübsch aus, gel?!
Nach ein paar Tagen Verschneidungen im Waschbeton hoch zu kriechen, hatte ich keinen Bock mehr und wollte mal wieder "richtig" klettern. Im neu erworbenen Kletterführer versprach das nagelneue, etwa 10km entfernte, Klettergebiet "Theopetra" besten Kalkstein, also legten wir ein kleines Intermezzo dort ein (nächster Blogeintrag), um dann für eine Klosterbesichtigung nach Meteora zurückzukommen.
Wir besichtigten das Kloster der heiligen Dreifaltigkeit ("Agia Triada"):
Früher waren die Klöster teilweise nur über Seile zu erreichen und wurden über Körbe an Seilen beliefert:
 Mittlerweile geht das elektrisch:
und eine Treppe gibt es auch:
 Vom Kloster hatte man einen tollen Blick auf die anderen Klöster:
 Und auf Kalambaka und Kastraki:
Wir haben auch erstmal ein bisschen Wasser gezapft. Das "gesegnete" Wässerchen machte richtig guten Kaffee.
Dann verließen wir Meteora in Richtung Almyros, aber das kommt dann wenn ich Eis gegessen hab und das Bier leer ist... ;)

Kleine Anekdote für die Arbeit zum Schluss. Falls unsere Grafikabteilung mal keine Zeit hat, einfach hier Unterstützung anfragen:

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